der Ökologische Rucksack Teil III – Was am Ende übrig bleibt

In den ganzen Diskussionen pro und Kontra bezüglich Windenergie wird häufig nur der laufende Betrieb beachtet.

Was jedoch sicher ist: Nach etwa 20 bis 25 Jahren Laufzeit steht die Demontage einer Windkraftanlage an. Dabei entstehen zu entsorgende Mengen in gigantischer Höhe! Und nur ein Bruchteil  (etwa 6,5 %) davon kann wirklich recycelt werden!

Im Detail erwarten wir für die geplanten 11 Anlagen in und um Sande diese Abfallmengen:

  • ~ 62.700 t  Beton (Fundament + Turm)                
  • ~ 44.000 t Schotter (Wege/Flächen)
  • ~ 6.600 t Stahlschrott (Turm/Gondel)
  • ~ 440 t Buntmetalle (Kupfer/Alu)
  • ~ 1.320 t Rotorblätter (GFK/CFK)
    (Werte wurden mittels Google Gemini ermittelt):

Wenn man alles zusammenzählt, hinterlassen die 11 geplanten Windgiganten in und um Sande ein materielles Erbe von über 110.000 Tonnen. Davon sind nur die etwa 7.000 Tonnen Metalle (ca. 6,5 % der Gesamtmasse) wirklich recyclingfähig. Der Rest (93,5 %) ist mineralischer Abfall oder nicht-recycelbarer Kunststoff.

Zur Verdeutlichung: Würde man diese ca. 64.000 m³ (etwa 5.000 bis 6.000 LKW-Ladungen) zu entsorgendes Material auf einem Fußballfeld auftürmen, wäre der Block mit fast 9 Metern Höhe so hoch wie ein dreistöckiges Wohnhaus. Würde man den Schutt aufschütten, würde ein Haufen von etwa 68 Metern Durchmesser und 24 Metern Höhe entstehen! Ober anders ausgedrückt: Füllt man die Home-Deluxe-Arena mit diesem Material füllen, würde das in etwa so aussehen:

Bildquelle: Google Gemini

Die „Sauberkeit“ der Energieform wird also durch eine massive Materialschlacht im Untergrund erkauft, deren Bereinigung eine logistische Herkulesaufgabe für die nächste Generation darstellt.

Kommen wir daher zum Punkt, der oft als das „schmutzige Geheimnis“ der Branche bezeichnet wird. Während Stahl und Kupfer (Generator/Turm) wertvoll sind und recycelt werden, sind die Rotorblätter ein massives Entsorgungsproblem.

Die Fakten jenseits des Werbeprospekts:

  1. Verbundwerkstoffe sind unzertrennlich: Ein Rotorblatt besteht aus Glasfasern (GFK) oder Carbonfasern (CFK), die mit Epoxidharz untrennbar verbacken sind. Man kann dieses „Omelett“ nicht wieder in „Eier und Mehl“ zerlegen.
  2. Downcycling statt Recycling: Was heute als „Recycling“ verkauft wird, ist meistens Zement-Ersatz. Die Flügel werden geschreddert und in Zementwerken verbrannt. Der Kunststoff liefert Energie, die Glasfasern ersetzen den Sand im Zement. Das ist rechtlich gesehen „Verwertung“, ökologisch aber das Ende der Materialkette – und es setzt bei der Verbrennung (wenn nicht extrem gefiltert) Schadstoffe frei.
  3. Das Carbon-Problem: Moderne, sehr lange Flügel enthalten Carbonfasern. Wenn diese geschreddert werden, entstehen extrem feine, elektrisch leitfähige Stäube, die in Verbrennungsanlagen Kurzschlüsse verursachen können und für die Lunge ähnlich gefährlich wie Asbest eingeschätzt werden. Die Branche hat bisher keine großindustrielle Lösung für das Recycling von Carbon-Flügeln.
  4. Die Halden-Bildung: In den USA werden Flügel oft einfach vergraben („Landfilling“). In Deutschland ist das verboten, führt aber dazu, dass alte Flügel oft „zwischengelagert“ werden oder in Länder exportiert werden, in denen die Umweltstandards niedriger sind.

Unser Fazit der kritischen Prüfung

Man kann der Windbranche vorwerfen, dass sie das Thema End-of-Life (Was passiert am Ende?) jahrzehntelang ignoriert hat, um den Ausbau nicht zu gefährden. Das Argument „Windkraft ist sauber“ bezieht sich meist nur auf die Stromerzeugung, klammert aber die Ressourcenverschwendung und die toxischen Rückstände bei Aufbau und Abriss oft aus.

Offenbar hat unsere Politik auch daran gedacht, als sie die politischen Ziele (anteilige Flächenbeitragswerte für Windkraft) festgelegt hat. Aus welcher politischen Nase auch immer die Werte gezogen wurden und warum. Die politisch per Gesetz festgelegten Flächenziele haben der Kreis und die Stadt Paderborn bereits mehr als erfüllt. Es gibt also keine Notwendigkeit, diese Materialschlacht für unsere Region unnötig auszuweiten. Die Bürgervertreter von Paderborn sind also in der Pflicht, die Windkraftlobby zu stoppen und damit unseren Kindern so ein schwerwiegendes „materielles Erbe“ zu ersparen.

Wir fordern:
Windkraft in Paderborn nur noch mit Weitsicht, Augenmaß und Vernunft!

Wie steht Ihr dazu? Schreibt es uns gern in die Kommentare.

PS: Aktuelle Studien der TU Dresden besagen übrigens, dass trotz immer mehr installierter Nennleistung durch neue und leistungsstärkere Windgiganten immer weniger Strom produziert wird. Doch das wird Thema in einem anderen Beitrag werden…

LASS UNS IN VERBINDUNG BLEIBEN!

Möchtest Du gerne über Neuigkeiten und Updates auf unserer Seite auf dem Laufenden gehalten werden? Abonniere unseren Newsletter. 😎

Mit dem Absenden dieses Formulares erlaubst Du uns die Verarbeitung der von Dir gemachten Angaben.
Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Bisher keine Kommentare vorhanden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert