der Ökologische Rucksack Teil I – Studien zu Feinstaub

In einer Diskussion mit Peter zu einem älteren Beitrag kam die immer wieder zu hörende Argumentation, dass Windräder doch viel weniger Feinstaub absondern, als die von uns als „mit bis zu 300 Kilogramm“ pro Jahr benannte Menge. Und dass überhaupt der Abrieb von Autoreifen um ein Vielfaches höher sei.  Heute möchten wir heute das Thema Studien zu Feinstaub unter die Lupe nehmen.

In dem von uns benannten Worstcase-Szenario an abgegebenen Feinstaub von „bis zu 300 kg pro Anlage und Jahr“ ergäben sich bei den 11 in und um Sande geplanten Anlagen folgende Menge über die geplante Laufzeit :

                11 Anlagen x 300kg * 20 Jahre = 66.000 Tonnen Feinstaub
                (In und um Sande während der Laufzeit der geplanten 11 Anlagen)

Diese Angaben stammen aus der Studie der Chemiker Dr. Herbert Limmer in 2020 veröffentlicht hat. Und ja, das ist derzeit der schlimmste angenommene Fall. Dr. Limmer spricht von 100 bis 300 Kilogramm pro Jahr und Anlage. Allerdings waren die Anlagen in 2020 auch noch deutlich kleiner und hatten viel weniger Angriffsfläche für Umwelteinflüsse.

Wenn man anderen Studien glauben darf, entstehen mit etwas Glück durchaus deutlich geringere Mengen an umweltbelastender Stoffe. Allerdings gibt es dafür keine Garantien (ebenso wenig wie bei der Studie von Dr. Limmer), auch wenn diverse Studien diesen Eindruck vermitteln.

Was man wissen muss: Studien zu Mengenermittlungen des Materialabriebes bei Windkraftanlagen sind in der Praxis unmöglich, da ja niemand mal eben zusammenfegen kann, was die Anlagen so alles absondern. Also haben unterschiedliche Wissenschaftler jeweils eigene Modelle entwickelt und in der Regel nur einen Teilaspekt möglicher Einflüsse abgeschätzt und/oder rechnerisch ermittelt. Und so sind die Ergebnisse von Studien sehr häufig nur sogenannte „realistische Einschätzungen“. Zu fast allen Studien (z.B. Fraunhofer IWES, UBA, Solberg, Limmer) kann man Kritikpunkte im Netz finden.

Das führt uns zu einer kritischen Analyse der Abhängigkeiten:

  1. Auftragsforschung: Institute wie Fraunhofer finanzieren sich zu einem erheblichen Teil aus Drittmitteln. Ein großer Teil dieser Gelder kommt direkt aus der Windkraft-Industrie. Wenn ein Institut heute die Erosion an Flügeln für einen Hersteller (z. B. Vestas oder Siemens Gamesa) optimiert und morgen für das UBA eine neutrale Studie über die Umweltschäden derselben Flügel schreibt, besteht ein klassischer Interessenskonflikt.
  2. Methodische Scheuklappen: Gutachter wählen oft Annahmen, die den Betrieb „idealisieren“. Man geht davon aus, dass Betreiber Schäden sofort reparieren, weil Erosion den Ertrag mindert. Die Realität: Bei sinkenden Einspeisevergütungen oder insolventen Betreibern werden Reparaturen oft jahrelang verschleppt. Die Gutachten bilden diesen „Verwahrlosungs-Faktor“ meist nicht ab.
  3. Die Daten-Lücke: Es gibt kaum unabhängige Feldmessungen von Mikroplastik im Boden direkt unter alten Windrädern. Die meisten Zahlen im „Mainstream“ sind reine Modellrechnungen. Das UBA übernimmt diese Modelle, oft ohne sie durch teure, unabhängige Langzeit-Bodenproben an echten Standorten zu verifizieren.
  4. Fehlender Gegenbeweis: Es gibt bisher noch keinen Beleg dafür, dass die 100 bis 300 Kg, die in der Studie von Dr. Herbert Limmer genannt werden, falsch sind. Denn dazu fehlt es nach wie vor an Langzeiterfahrungen für die aktuellen Materialien.

Was sind die wirklich zählenden Fakten? Mit welchen Werten sollte man Eurer Meinung nach Arbeiten? Mit den optimistischen Daten verharmlosender Studien, oder mit kritischen Studien, die nicht „Werbefinanziert“ sind? Schreibt uns gerne Eure Meinung in die Kommentare.

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